Foto: Nachlass Lore Krainer, Österreichisches Kabarettarchiv; © Klaus Bischoff

Lore Krainer

* 4. November 1930 in Graz,  † 3. Juli 2020 in Oberwaltersdorf

Kabarettistin, Komponistin, Autorin


Lore Krainer erhielt früh Klavierunterricht, besuchte das Gymnasium, studierte am Grazer Konservatorium und absolvierte die Meisterklasse für Klavier. Einige Jahre war sie auch an der Theaterschule Neuber-Gaudernak tätig.
Danach wechselte sie ins Unterhaltungsfach und ging auf Tourneen. Mit ihrem Mann, dem Sänger Günther Krainer, arbeitete sie lange Jahre hauptsächlich in der Schweiz als Pianistin und Entertainerin.

1965 kehrten beide nach Graz zurück und übernahmen den „Girardi-Keller“ (im Geburtshaus von Alexander Girardi) in der Leonhardstraße, aus dem sie rasch ein Spezialitätenrestaurant machten. Zwischendurch setzte sich Lore Krainer ans Klavier und unterhielt ihre Gäste. Bald begann sie eigene Chansons zu schreiben und zog – von Gerhard Bronner „entdeckt“ – nach Wien. 1976 ließ sich das Ehepaar Krainer in Oberwaltersdorf nieder.

Lore Krainer war eine der ersten Frauen in Österreich, die Chansons und Lieder textete, komponierte und sich selbst am Klavier begleitete. Sie hat zahlreiche Tonträger bespielt, Lieder, Chansons und Couplets geschrieben und vertont, sowie Solo-Programme verfasst und vorgetragen. 1975 textete und komponierte sie gemeinsam mit Gerda Klimek ein „Weiberkabarett“ anlässlich des Jahres der Frau: „Weiber, Weiber, Weiber“, mit dem beide sowohl auf renommierten österreichischen Bühnen wie auch im TV zu sehen waren.

Lore Krainer war Gründungsmitglied der satirischen Hörfunksendung „Guglhupf“, der seit 1978 (bis Juni 2009) sonntäglich „brennheiß serviert“ wurde. Daneben schrieb sie Bücher, bearbeitete Theaterstücke und musikalische Bühnenwerke.

Lore Krainer wurde mehrfach geehrt und ausgezeichnet. So erhielt sie den Nestroy-Ring der Stadt Wien, das Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark, das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich sowie das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien. 2005 wurde ihr der Berufstitel „Professor“ verliehen.

Der Nachlass von Lore Krainer wurde im Sommer 2021 dem Österreichischen Kabarettarchiv als Geschenk übergeben und wird nun aufgearbeitet.

Eine Auswahl

Lore Krainer singt von Mäusen, Menschen & Lippizanern. LP, Ariola

Lore Krainer singt Anti-Schlager. LP, Ariola 1973.

Lore Krainer singt Selbstgestricktes. Chansons mit doppeltem Boden. LP, Prom 1975.

Lore Krainer singt von der Liebe und anderen Dummheiten. LP, Prom 1976.

So wahr ich Krainer heiß. LP, Decca 1978.

Der Weihnachtsguglhupf. 12 seltsame Festtagslieder gesungen von Lore Krainer, Gerhard Bronner, Kurt Sobotka, Peter Wehle, Oliver Vollmann. CD, Preiser, Wien 1999.

Rosinen aus dem GUGLHUPF. Mit Bronner, Krainer, Sobotka, Wehle u. v. a. CD, Preiser, Wien 2000.

Das Beste von Lore Krainer. Vol. II. CD, wakuword, Lienz 2000.

Gerhard Bronner, Wer einmal ein Auto hat. Als Gast: Lore Krainer. Vertrieb: Hoanzl.