Kabarettspaziergänge
 

Anlässlich seines zwanzigsten Geburtstages veranstaltet das Österreichische Kabarettarchiv im Rahmen des Jubiläumsprogrammes zum ersten Mal „Kabarettspaziergänge“ in Graz.
Da es auf Grund der anhaltenden Covid-19-Pandemie nicht möglich ist, eine große Party zu veranstalten, gibt es anstelle eines Festaktes über das ganze Jahr verteilt eine Reihe von verschiedenen Projekten.

Die Kabarettspaziergänge, die – nunmehr verschoben – ab Mitte Mai stattfinden sollen, sind Rundgänge durch Graz, bei denen wir uns auf die Spurensuche nach historischen und aktuellen Kabarettspielstätten begeben.

Auf drei verschiedenen Routen werden neben den Orten der Grazer Kabarettgeschichte auch die Protagonist*innen des Genres und die Entwicklung der Kleinkunst-Form durch die Jahrzehnte vermittelt.

 

Route 1: „Das Kabarett der frühen Jahre“

Vom Orpheum über das Roseggerhaus zu den Schauplätzen des politischen Kabaretts

Während im Orpheum schon in der Zwischenkriegszeit Varieté und Gastspiele Wiener Kabarettgruppen oder Solisten wie Fritz Grünbaum stattfanden, war „Der Igel“ im Roseggerhaus in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg für einige Jahre legendärer Mittelpunkt der Grazer Kleinkunst. Spielten dort nachmalige Stars wie Fritz Muliar, Sepp Trummer, Ewald Autengruber oder Henriette Ahlsen stand bei den Arbeiter-Kabaretts der 1930er-Jahre politische Agitation im Vordergrund.
Der Spaziergang widmet sich diesen verschiedenen Traditionen des Kabaretts – dazu werfen wir auch einen Blick auf das Radiokabarett der 1950er-Jahre sowie das erste Grazer Kleinkunstveranstaltungslokal „Feinkunstwerk & Tingeltangel“, in dem in den frühen 1980er-Jahren der WAWA-Aktionismus für Aufsehen sorgte.

 

Route 2: „Die Brettl’n für den Nachwuchs“

Von der „Leechburg“ über das Girardihaus ins Theatercafé

In der Leechgasse befinden sich mit dem „Studentenbrettl“ des Grazer Hochschulstudios und dem katholischen Studentenheim „Leechburg“ gleich zwei maßgebliche Orte aus der Geschichte des Grazer Kabaretts. Nach einem Zwischenstopp im Österreichischen Kabarettarchiv in der Elisabethstraße geht es in die Leonhardstraße zum Girardihaus, indem Lore Krainer ihr Lokal führte, und das Gothenhaus, Gründungsort des Studentenkabaretts „Der Würfel“ (um Kuno Knöbl, Dieter Gogg, Peter Orthofer), der in Wien eine steile Karriere machen sollte.
Abschließende Station dieses Spaziergangs ist das Theatercafé mitsamt der Kleinkunstbühne „Hin & Wider“, die sich nun schon seit Jahrzehnten zum ersten Auftrittsort vieler mittlerweile überregional bekannter Kabarettist*innen entwickelt hat.

 

Route 3: „Alle Häuser werden Bühne“

Vom Forum Stadtpark über das Schauspielhaus ins Casineum

Der Spaziergang widmet sich verschiedenen bekannten Orten in der Grazer Innenstadt. Er startet im Forum Stadtpark, in dem in den Anfangsjahren auch gesellschaftskritisches Kabarett gespielt wurde. Das Schauspielhaus stand Gastspielen wie Eigenproduktionen offen und die Galerie Moser, gegenüber der stadtbekannten Buchhandlung, war in den 1980er-Jahren Schauplatz von Kabarett-Abenden mit Grazer Größen um Gerda Klimek, Ewald Autengruber und Sepp Trummer. Die Route endet an der Ecke Landhausgasse/Sparkassenplatz, wo auf der einen Seite im Stefaniensaal Stars wie der Klavierhumorist Hermann Leopoldi das Publikum über Jahre begeisterten, und sich um die Ecke das Casineum in jüngerer Vergangenheit als beliebter Spielort bekannter Kabarettgruppen und Solist*innen etabliert hatte.

 

Freuen Sie sich auf die Kabarettspaziergänge und Ihren Reisebegleiter:

  Mag. Thomas Stoppacher

 

Die Kabarettspaziergänge sollen ab Mitte Mai an drei aufeinander folgenden Wochenenden  stattfinden, sofern es die Covid-19-Maßnahmen gestatten.

Termine und weitere Details werden wir, sobald realisierbar, auf unserer Website und auf Facebook bekannt geben.