Wiedereröffnung des „Kabarett Simpl"

am 18. Mai 1945 und weiterer Kleinkunstbühnen vor 75 Jahren

Das 1912 gegründete „Biercabaret Simplicissimus“, kurz: „der Simpl“ genannt, bot auch während des Zweiten Weltkriegs Unterhaltung. Sogar über die allgemeine Theatersperre im Herbst 1944 hinaus, da das Lokal als Luftschutzkeller ausgewiesen und das Publikum deshalb angewiesen war, während eines Fliegeralarmes die Plätze beizubehalten.
Erst kurz vor dem Ende der NS-Herrschaft, am 3. April 1945, stellte der „Simpl“ dann seinen Spielbetrieb ein. Bereits am 18. Mai 1945 fand die erste Vorstellung, natürlich unter neuer Leitung, statt. Diesem titellosen Eröffnungsprogramm wurde ein Prolog, „In Memoriam Fritz Grünbaum“, vorangestellt, der eine kurze Gedenkrede für die ermordeten Kabarett-Größen Fritz Grünbaum und Paul Morgan war. Verfasst hatte sie Georg Fraser; Ernst Waldbrunn trug sie vor.

Am 1. Juni 1945 wird „Der liebe Augustin“ von Fritz Eckhardt, zusammen mit Carl Merz und Kurt Nachmann wiedereröffnet; jener „Liebe Augustin“, den 1931 die Schauspielerin und Diseuse Stella Kadmon mit ihrem Hausautor Peter Hammerschlag als erste Kleinkunstbühne Wiens im Souterrain des Café Prückel eröffnet im März 1938 schließen musste. Kadmon konnte nach Palästina fliehen, Hammerschlag kam im KZ Auschwitz um.

Im Juni öffnet auch das in „Literatur im Moulin Rouge“ umbenannte „Wiener Werkel“ unter der Leitung von Rudolf Weys seine Pforten wieder und ebenfalls im Juni eröffnet Rolf Olsen „Das kleine Brettl“ als neue Kabarettbühne. Viele andere Neugründungen oder Wiedereröffnungen folgen in den nächsten Monaten – nicht nur in der Bundeshauptstadt, sondern in allen Besatzungszonen, respektive in den Landeshauptstädten Innsbruck, Linz, Salzburg und Graz.

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Damit das Lachen nicht aufhört ...

IG Kabarett gegründet

„Wenn der Wind der Wirklichkeit / mitten in die Show fährt,
schmelzen sie wie Schnee, die schönsten Schmähs.“ [Heinz R. Unger]

In die Wirklichkeit des gegenwärtigen Kabaretts ist ein Tornado namens Covid-19 gefahren, dessen Auswirkungen für das Genre ans Zerstörerische grenzen.
Nun haben Kabarettist/innen, Autor/innen, Musiker/innen, Regisseur/innen, Bühnenbetreiber/innen, Techniker/innen sowie Agenturen und deren Mitarbeiter/innen die IG Kabarett gegründet, vorderhand um rasche und unbürokratische finanzielle Unterstützung zu bekommen. In weiterer Folge aber wird der gemeinnützige Verein versuchen, kulturpolitische, soziale, rechtliche und berufliche Interessen seiner Mitglieder umzusetzen. –
– Wussten Sie, dass das österreichische Kabarett in seiner beinahe 120-jährigen Geschichte ohne Basissubventionen auskommen musste?
Ging auch nicht immer gut, aber die aktuelle Situation markiert ein Grenze ...

„Dort an der Grenze, / wo das Lachen aufhört,
dort ist das Ende des Kabaretts.“ 
[Heinz R. Unger]

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Wir gratulieren!

... zum Geburtstag am 1. Mai

Wir gratulieren herzlich Klaus Eckel, Günther Lainer und Andreas Vitásek!
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Vorübergehende Schließung des ÖKA

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