Heute schon gelacht? 
   
 

AUSSTELLUNGEN DES ÖKA

 
 

 
 

MIT GOETHE IM NACHT-CABARET
Egon Friedell zwischen Kleinkunst und Kulturgeschichte



 
 

6. - 16. April 2013
Begleitausstellung zur
MOTZART-Woche in der ARGEkultur Salzburg

30. Jänner - 14. Februar 2014
Literaturhaus Graz

 
 

 
 Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Egon Friedell und sein Schaffen für das Kabarett der frühen Jahre bis hin zum Ersten Weltkrieg, aber auch die außergewöhnliche Wiener bürgerliche Bildungs- und Künstlergesellschaft und deren Ausdrucks- und Unterhaltungsformen der Jahre 1900 bis 1938. Eine Gesellschaft, die am Ausgang des Fin de siècle den Jugendstil in Form der "Wiener Werkstätte" als Lebensform propagierte und neben Egon Friedell ebenso Karl Kraus, Adolf Loos, Peter Altenberg, Lina Loos, Alma Mahler, Berta Zuckerkandl, Alfred Polgar, Oskar Kokoschka, auch zahlreiche Mäzene, Journalisten, Architekten, Intellektuelle und weitere Kunstvertreter als Freunde wie Gegner umfasste, ehe sie in den Märztagen des Jahres 1938 zugrunde ging.

Egon Friedell, geboren im Jänner 1878 in Wien, stieß um 1901 zum Kreis um Peter Altenberg, als dessen Eckermann er sich gern bezeichnete. Er trug auf verschiedenen Kabarettbühnen unter großem Jubel des Publikums Altenberg-Anekdoten, eigene Monologe und Skizzen vor und verfasste gemeinsam mit Alfred Polgar mehrere Parodien und Grotesken für das Kabarett Fledermaus wie zum Beispiel "Regieprobe", "Soldatenleben im Frieden" oder "Goethe" (1908). Friedell gab in dieser Szene den Protagonisten selbst und diese Rolle sollte ihn ein Leben lang begleiten. Gemeinsam mit Polgar verfasste er Anfang der 1920er Jahre überaus amüsante "Böse-Buben-Zeitungs"-Parodien.
Daneben stand er immer wieder als Reinhardt-Schauspieler auf Berliner und Wiener Bühnen, verfasste Theaterkritiken und Feuilletons, wirkte als Übersetzter und Herausgeber und las viele Bücher.
Friedell, der 1904 mit einer Dissertation über Novalis seine unstetige Schul- und Studienzeit beendet hatte, wandte sich neben seinen künstlerischen Tätigkeiten immer mehr der Kulturhistorie zu und verfasste schließlich die populäre "Kulturgeschichte der Neuzeit", die allerdings ein Verleger mit der Begründung ‚von einem Kabarettisten druck ich doch keine Kulturgeschichte' ablehnte. Ein anderer fand sich und 1927 erschien der erste Band, wurde rasch ein großer Erfolg und in mehrere Sprache übersetzt. Die "Kulturgeschichte des Altertums" erschien posthum.
Am 16. März 1938 nimmt sich Friedell aus Angst vor einer Verhaftung durch die SA das Leben. Er springt aus dem Fenster seiner Wohnung in den Tod.

Eine Ausstellung des Österreichischen Kabarettarchiv
Kuratoren der Ausstellung: Iris Fink | Hans Veigl

Wenn Sie Interesse an dieser Wander-Ausstellung haben, dann nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf: kabarettarchiv@aon.at

Die gleichnamige Begleitbroschüre, die sich mit Leben und Werk Egon Friedells auseinander setzt, ist unter kabarettarchiv@aon.at zu beziehen.

 
 

 
 

  
 


 

 
 

BRONNER, MERZ, QUALTINGER & Co.
Ein namenloses Erfolgsensemble in den 50er Jahren

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4. Juni - 26. Oktober 2010 |
Straden | Galerie in der Kirchenmauer

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29. Jänner - 6. Februar 2011

Begleitausstellung zur
MOTZART-Woche in der ARGEkultur Salzburg

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Eine Ausstellung des Österreichischen Kabarettarchivs
Kuratoren: Dr. Iris Fink, Dr. Hans Veigl 
     

 
 


Anfang der 1950er Jahre, nach gelungenem Wiederaufbau und rapidem Abflauen des Kabarettbooms, mit Beginn der Wirtschaftswunderjahre, scheint das Kabarett seine Schuldigkeit getan zu haben, denn landläufig herrscht nunmehr die Meinung vor, dass nur in schlechten Zeiten reichlich (gutes) Kabarett vorhanden sei.
Das erwies sich allerdings als Mythos, der die jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Begleiterscheinungen, in diesem Fall: Kriegsende, Entnazifizierung, Besatzung, Wiederaufbau et cetera, nicht berücksichtigt.
Anfang der 1950er Jahre ist der Weg frei für Neues in allen Lebenslagen, für ein neues, modernes Lebensgefühl und auch für inhaltlich wie formal neues Kabarett, das erstmals multimedial präsent sein wird.

Der Schwerpunkt dieses Ausstellungsprojekts liegt in den "wilden Fünfzigern", dem Lebensgefühl dieser Jahre und dem später so genannten "namenlosen Ensemble" um Bronner-Merz-Qualtinger und seinen legendär-klassischen Programmen von "Brettl vor'm Kopf" bis "Hackl vor'm Kreuz".
Auch die Frage, ob sich die Themen und Texte durch das Ende der Zensur und der Besatzungszeit verändern. Und: Welche gesellschaftlich und politisch relevanten Themen finden Eingang in Kabaretttexte ("Halbstarke", "Adriaurlaube", "Kalter Krieg" usw.).

Das Kabarett dieser Epoche erfährt erstmals multimediale Präsenz. Es ist im Radio wie auf Schallplatten zu finden, wird in Zeitungen nicht nur besprochen und kritisiert, sondern scheint dort auch als eigene Kolumne auf und ist im jungen Fernsehen präsent. Kabarett kann nun erstmals in Stadt und Land, zu Hause oder im Café- wie Gasthaus (egal, ob in Wien, Tribuswinkel, Edelschrott oder St. Gilgen) genossen werden.
Kabarett im Fernsehen wird mit der Zeit so populär, dass es ab Mitte der 1960er Jahre eher dort als auf einer Bühne zu sehen sein wird.

Gezeigt werden neben Bild/Texttafeln, die sowohl das "namenlose Ensemble" wie auch Portraits einzelner Protagonisten darstellen, zahlreiche Exponate sowie Bild- und Tondokumente.

 
 

 
  
 


ZWISCHEN TRÄNEN UND GELÄCHTER

Unterhaltungskultur im Wiederaufbau

15. Mai - 26. Oktober 2009  
Straden, Galerie in der Kirchenmauer

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30. Jänner - 7. Februar 2009
Begleitausstellung zur
MOTZART-Woche in der ARGEkultur

  

 
 

 


Auf Befehl der Besatzungsmächte wurden nach Kriegsende im zerstörten Österreich Theater und Unterhaltungsetablissements wieder geöffnet. Kritische Haltung war nun wieder erlaubt, ja sogar erwünscht.
Doch wie gestaltete sich die Unterhaltungskultur unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges?
Setzte man sich mit der Rolle des Landes während der vergangenen Jahre auseinander oder versuchte man vornehmlich, die erlittenen Wunden durch "vorgestrigen" Humor zu heilen?
War Kabarett in dieser Zeit die schlichte Fortsetzung von Altbekanntem, respektive die Wiederholung der Vorkriegsqualität? Oder bemühte man sich um einen reflektierenden Neubeginn?
Und: Wie ging die Republik mit den Tätern und Opfern um? Wurden vertriebene Unterhaltungsgrößen zur Rückkehr bewogen und welche Chancen hatten sie, wenn sie nach langer Exilzeit im österreichischen Nachkriegskabarett reüssieren wollten. Wie ist es um die Spielstätten, deren "Arisierung" und Restitution bestellt?

Kabarett- und Kleinkunstbühnen - Neugründungen wie Wiedereröffnungen - prägen das Bild der Unterhaltungskultur bis 1948. Erstmals in der österreichischen Unterhaltungsgeschichte entstanden diese Bühnen aber nicht mehr ausschließlich in der Bundeshauptstadt Wien (wie z. B. der "Simpl", "Das kleine Brettl", "Der liebe Augustin"), sondern auch in den Landeshauptstädten Graz ("Der Igel"; "Das Studentenbrettl"), Linz ("Kabarett Eulenspiegel"), Salzburg (Cabaret "Bei Fred Kraus") oder Innsbruck ("Das kleine Welttheater").
Aber auch der Rundfunk übernahm allmählich wieder eine Unterhaltungsfunktion; und jede Besatzungsmacht hatte ihre eigene Sendergruppe, die vielfach auch zu Propagandazwecken genutzt wurde.

Neben zahlreichen Originalplakaten und Programmheften werden historische Darstellungen und andere Artefakte zu sehen sein.

Eine Ausstellung des ÖKA
Kuratoren:
Dr. Iris Fink, Dr. Hans Veigl   

 
 


Dieses Ausstellungsprojekt war die Fortsetzung der Forschungen zur ÖKA-Ausstellung des Bedenkjahres 2008, "Verdrängte Jahre. Unterhaltungskultur im Schatten der Krisen, die überaus erfolgreich in Straden und Salzburg (Begleitausstellung zur MotzArt-Woche 2009) gezeigt werden konnte.

 
 

 
 

 

Sonderprojekt zum Bedenkjahr 2008

VERDRÄNGTE JAHRE

 
         
 


VERDRÄNGTE JAHRE
Unterhaltungskultur im Schatten der Krisen

War Österreich zwischen 1918 und 1938 ein Land, in dem politische Bewegungen stets ihre künstlerische Spiegelung erfuhren? Und: reagierten Kabarett und Kleinkunst adäquat auf die zahlreichen Brüche, wie sie dem Land nach Konstituierung der Republik, in Inflationszeiten, den tragischen Ereignissen des Jahres 1927, während der Weltwirtschaftskrise, nach der Machtergreifung Hitlers in Deutschland, Parlamentsausschaltung und Einsetzung eines autoritären Ständestaates und schließlich nach dem "Anschluss" im März 1938 zugefügt wurden?

Derartige Fragen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung "Verdrängte Jahre", die damit auf die heute vielfach vergessenen widerständigen Kabarettgruppen ebenso verweisen möchte wie auf die zahlreichen Opfer durch das NS-Regime.

Eine Ausstellung des Österreichischen Kabarettarchivs
Kuratoren: Dr. Iris FINK, Dr. Hans VEIGL

 

VERDRÄNGTE JAHRE
Unterhaltungskultur im Schatten der Krisen

2. Juli - 2. November 2008  
Straden, Galerie in der Kirchenmauer

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30. Jänner - 8. Februar 2009

Begleitausstellung zur
MOTZART-Woche in der ARGEkultur

 

 

 
 
 
 


Eröffnet wurde die Ausstellung
im Rahmen des theaterland steiermark "micro&kleinSTkunst-Festivals" (2.-5. Juli in Straden) mit einer Produktion der legendären Polit-Rock-Gruppe "Schmetterlinge"


VERDRÄNGTE JAHRE
Text- und Toncollage mit Musik der "Schmetterlinge"

Mit:
Beatrix Neundlinger
Helmut Grössing
Georg Herrnstadt
Erich Meixner
Herbert Tampier

Das aus Anlass des heurigen Bedenkjahres wieder aufgenommene Programm "Verdrängte Jahre" der unterdessen legendär gewordenen Musikgruppe "Schmetterlinge" wurde erstmals während der Wiener Festwochen 1980 aufgeführt und stellt das Werk des Dichters Jura Soyfer (1912-1939) in den Mittelpunkt. Dialoge aus seinem Romanfragment "So starb eine Partei" wurden dabei ebenso verwendet wie Strophen seiner satirischen Zeitgedichte und Szenen aus seinen Kleinkunststücken.
Soyfer kämpfte mit seiner Lyrik, seinen Bühnenwerken und seiner Prosa für eine neue, menschliche Gesellschaft und schrieb gegen Arbeitslosigkeit, Not und gegen den aufkommenden Faschismus an, dessen Opfer er werden sollte.

 
  
 

 
 



 
 
das Österreichische Kabarettarchiv und die Steiermärkische Landesbibliothek
präsentierten die Ausstellung
 
 


GERDA KLIMEK

 

 
 



Die Doyenne der steirischen Unterhaltungskultur, Gerda Klimek, feiert im heurigen Jahr ihren 85. Geburtstag.

Die vielseitige Künstlerin ist aus dem Rundfunk genau so bekannt wie durch unzählige Auftritte verschiedenster Art, meist zusammen mit ihrem Ehemann Sepp Trummer, oder durch Artikel in Zeitungen.

Daneben verfasste sie bislang aber auch zahlreiche Bücher, Kabaretttexte und Chansons, ist als Komponistin ebenso erfolgreich wie als Schauspielerin, Regisseurin oder künstlerische Leiterin z. B. der "Wildoner Schloßbergspiele"; Gerda Klimek organisierte bislang unzählige literarisch-musikalische Reihen- und Einzelveranstaltungen und hat ihren Kopf noch immer voller Ideen.

Die Ausstellung zeichnet anhand von Text/Bildtafeln aber auch Exponaten (Programmhefte, Plakate, Fotos, Typoskripte, Noten, Tonträger, Bücher usw.) den bisherigen Lebensweg Gerda Klimeks nach.

Ausstellungsdaten
 
 


28. März - 28. April 2008 
Graz, Kalchbergg. 2
Landesbibliothek
täglich: 8:30 - 17:00 

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1. Mai - 25. Juni 2008
Straden
Galerie in der Kirchenmauer
täglich: 10:00 - 17:00

 

 
 

 
  
 

 

k. u. k. Kabarett
Kleinkunst in der Donaumonarchie

28. April - 30. September 2007
Galerie in der Kirchenmauer, Straden



31. Jänner - 9. Februar 2008
Begleitausstellung zur
MOTZART-Woche in der ARGEkultur


18. April - 31. Mai 2014
Begleitausstellung zu
Seelax 14
Musik & Kabarett im Freudenhaus
Bregenz | Platz der Wiener Symphoniker

 
 
 
 

 

Am 18. November 1881 gründete Rodolphe Salis sein Cabaret "Le Chat Noir" am Pariser Montmartre. Mit diesem Etablissement, einer Vereinigung von Literaten des Quartier Latin und Malern des Montmartre, entstand das erste europäische Cabaret. Bald schlugen die Chansonniers Aristide Bruant und Yvette Guilbert in derartigen Lokalen sozialkritische Töne an.
Einerseits durch Gastspiele der Guilbert und andererseits durch die Reisetätigkeit vor allem zur Pariser Weltausstellung 1900 wurde die Kabarettidee bald auch in Deutschland populär. Ernst v. Wolzogen gründete am 18. Jänner 1901 in Berlin das erste deutsche Kabarett, das so genannte "Überbrettl". Bald folgten Max Reinhardt mit seinem "Schall und Rauch" sowie in München die "Elf Scharfrichter" (April 1901) und 1903 der "Simplicissimus" von Kathi Kobus.
Waren bereits bei der Gründung des deutschen Kabaretts zahlreiche Künstler/innen der Donaumonarchie vertreten, übten in den Anfangsjahren wilhelminische Ensembles auf das Wiener Kabarett ein.

Am 16. November 1901 entstanden in Wien und Budapest die ersten literarischen Kabaretts, die sich anfänglich an Berliner Vorbildern orientierten. Der Autor und Theaterkritiker Felix Salten gründete das erste Kabarett in Wien, das "Jung-Wiener Theater zum lieben Augustin" im Theater an der Wien, das allerdings nur sieben Vorstellungen geben konnte. In Budapest war der Journalist Jenö Zoltan mit seiner "Bunten Bühne" / "Tarka Szinpad" im Hauptstädtischen Orpheum unter der Mitwirkung von Franz (Ferenc) Molnár erfolgreicher; die Bühne bestand knapp ein halbes Jahr. Aber die Anfänge waren gemacht.
So auch in Krakau, aber dort erst 1905 mit dem "Grünen Lampion" / "Zielony Balonik", der aus Künstlervereinigung "Paon" hervorging.

 
 
Ab 1906 kann man für Wien von einer nachhaltigen Kabarett- und Kleinkunstszene sprechen, die durch Personen aus ehemaligen deutschen Ensembles zusammen mit Wiener Kräften auftrieb erfuhr. So gründete etwa Marc Henry mit den Resten der Münchner "Elf Scharfrichter" in der Ballgasse das "Cabaret Nachtlicht" mit der Stardiseuse Marya Delvard und anfänglicher Beratung durch Karl Kraus. Noch vor Jahresende 1907 schloss das Kabarett, die neu entstandene "Fledermaus" trat das Erbe an.  
 
Diese wiederum war eine Gründung der "Wiener Werkstätte", die nach Plänen des Otto Wagner-Schülers und Mitbegründers der Wiener Secession, Josef Hoffmann, das Theater als Gesamtkunstwerk errichtete. Das Ensemble bestand aus Teilen des "Cabaret Nachtlicht" und neuen Kräften; künstlerischer Leiter war einmal mehr Marc Henry. Er zog sich, ebenso wie später Friedell und die "Wiener Werkstätte" zurück, die Darbietungen verflachten und 1913 wurde aus dem Theater und Kabarett "Fledermaus" das Revuetheater "Femina".

1906 wurde im Souterrain des Theaters an der Wien das Kabarett "Hölle" eröffnet. Der Star der Bühne war Mella Mars, stets von ihrem Mann Béla Laszky am Klavier begleitet. Neu waren die Operetteneinakter, wie "Phryne" von Edmund Eysler oder Franz Lehárs "Mitislaw der Moderne", beide Libretti von Robert Bodanzky und Fritz Grünbaum, der hier seinen grandiosen Durchbruch als philosophierender Conferencier erleben sollte.
 
 
Vilma Medgyaszay

Am 1. März 1907 eröffnete in Budapest am Theresienring 28 Ernö Kondor das "Cabaret Bonbonnière", in dessen Programmen sich neue Elemente fanden: das französische Chanson, dessen Vertreterin für die kommenden Jahrzehnte die Sängerin Vilma Medgyaszay wurde, sowie die Conférence. Letztere wurde von Endre Nagy mit seinen politisch-kritischen Ansagen erfolgreich gestaltet. Zahlreiche ähnliche Etablissements folgten, so bereits im Oktober die "Moderne Bühne" / "Modern Szinpad". Gegründet von Sándor Faludi, holte er sich als künstlerische Leiter die Schriftsteller Jenö Heltai und Ferenc Molnár. 1908 verließ Endre Nagy die "Bonbonnière" und übernahm die Leitung der "Modernen Bühne" / "Modern Szinpad", das ab 1913 unter dem Namen "Medgyaszay-Kabaré" von Vilma Medgyaszay , der 'ungarischen Yvette Guilbert', geführt wurde.
 
 
Jiri Cervený

1909 begann eine Amateurgruppe unter dem Namen "Cervená sedma" / "Akademische Vereinigung Rote Sieben" mit dem Vortrag von Parodien und satirischen Versen. Ihr Gründer war der Librettist Dr. Jiri Cervený, der das Unternehmen 1914 professionalisierte. Im Saal des "Lucerna"-Palastes am Wenzelsplatz wurde das erste Kabarett unter gleichem Namen eröffnet. Dieses bot auch immer wieder Gastspiele, die Franz Kafka besuchte. So gastierten hier u. a. Mella Mars und Béla Laszky, Egon Friedell, Lucie König und Fritz Grünbaum. Kafka besuchte aber auch, wie wir aus seinen Tagebüchern wissen, Gastspiele mit Marya Delvard und Marc Henry im "Hotel Central".
1911 eröffnete in Prag Josef Waltner das Nachtkabarett "Montmartre", in dem Franz Kafka, Egon Erwin Kisch und Jaroslav Hašek bald Stammgäste wurden.
 
 

Am 25. Oktober 1912 begründete Egon Dorn in der Wiener Wollzeile sein Biercabaret Simplicissimus. Mit seinem Vorbild in München hatte der Wiener Simplicissimus lediglich den Namen gemeinsam, schon das Wappentier - in der bayrischen Landeshauptstadt jene von Th. Th. Heine entworfene bissige Bulldogge - war in der Wollzeile zum gezähmten "Bulli" hoch gezüchtet worden. Der erste Conférencier war Richard Hutter. Noch vor dem Krieg traten hier Fritz Grünbaum und Egon Friedell auf.
Der "Simpl" ist heute das längstbestehende, durchgängig bespielte deutschsprachige Kabarett.
 
 

 
 

 

Das Österreichische Kulturforum Budapest

präsentiert

KABARETT ZWISCHEN BERLIN, WIEN UND BUDAPEST
Die frühen Jahre 1900-1914

Die Gemeinschaftsausstellung des Deutschen und Österreichischen Kabarettarchivs dokumentiert erstmals die Entwicklung und Verbreitung der Kleinkunst in Mitteleuropa. Ausgehend von Paris gelangte die junge Kunstform Kabarett um 1900 bald nach Berlin, München und Wien sowie, im Rahmen der k. u. k. Monarchie, ebenso nach Prag, Krakau und Budapest.
Anhand von Schautafeln und Exponaten werden Theatergründungen, Ensembles und Kabarettstars anschaulich dargestellt.

Eröffnet wurde die Ausstellung von
LUKAS RESETARITS

1. -20. März 2007 täglich 10.00 bis 22.00 Uhr

Ort: Merlin International Theatre • 1054 Budapest Gerlóczy u. 4.
www.merlinbudapest.org

 
 

A KABARÉ KEZDETEI
Berlin–Bécs–Budapest. 1900-1914


A Német és az Osztrák Kabaréarchívum közös kiállítása elsoként dokumentálja a kabarémuvészet közép-európai fejlodését és terjedését. A fiatal muvészeti forma, a kabaré, 1900 körül Párizsból kiindulva hamarosan eljutott Berlinbe, Münchenbe és Bécsbe, valamint a Monarchia keretein belül Prágába, Krakkóba és Budapestre. A kiállítás tablók és tárgyak segítségével szemléletesen ábrázolja a színházak alapítását, továbbá együtteseket és kabarésztárokat.

A kiállítást a neves osztrák kabarettista, LUKAS RESETARITS musora nyitja meg.
Március 1-20. naponta 10.00 és 22.00 óra között

Merlin Színház • 1054 Budapest, Gerlóczy u. 4.
www.merlinbudapest.org

 
 
 
 



ENTWÜRFE FÜR EIN GRÜNBAUM-MONUMENT
Fritz Grünbaum und seine Zeit
Eine Wander-Ausstellung


Im Mittelpunkt der Kleinausstellung stehen Leben und Wirken des großen Unterhaltungskünstlers Fritz Grünbaum, geboren 1880 in Brünn, gestorben 1941 im KZ Dachau.
1906 trat er erstmals auf Wiener Kleinkunstbühnen auf und ab 1907 wurde er als Conférencier immer wieder auch nach Berlin verpflichtet. Daneben schrieb er zahlreiche Operettenlibretti, etwa für Robert Stolz, Franz Lehár, Ralph Benatzky, Emmerich Kálmán, Leo Fall u. a., und seine Lieder wie "Du sollst der Kaiser meiner Seele sein" oder "Ich hab' das Fräul'n Helen' baden seh'n" sang bald ganz Wien. Gemeinsam mit Karl Farkas schuf er in den 1920er und 1930er Jahren auch dutzende Revuen - mit ihren unvergessenen Doppelconférencen schufen sie einen Höhepunkt des österreichischen Kabaretts. Der vielseitige Künstler war aber auch als Filmschauspieler und Theaterdirektor mehrerer Wiener Theater- und Kleinkunstbühnen tätig.

Anhand von Bild- und Tondokumenten, Karikaturen, Portraits, Plakaten, Texten und Noten versucht die Ausstellung, das Leben des bedeutenden österreichischen Kabarettisten nachzuzeichnen.

Eine Ausstellung des Österreichischen Kabarettarchivs
Konzept und Gestaltung: Iris Fink | Hans Veigl


Diese Ausstellung wurde bereits gezeigt in:  

                                                        



 
 

 

26. Mai - 11. September 2005
Galerie in der Kirchenmauer - Straden


 
 

 

 

 7. Oktober - 20. März 2006
Deutsches Kabarettarchiv
Proviant-Magazin - Mainz
Neue Universitätsstraße 2
D-55116 Mainz am Rhein
Tel.: (0049) (0)6131 - 144730
E-Mail: info@kabarett.de
Online: www.kabarett.de
     
 
 
 
 3. Mai 2006 - 30. April 2007
Deutsches Kabarettarchiv
Bernburger Sammlung - Bernburg an der Saale
Schloss Bernburg, Christiansbau
D-06406 Bernburg an der Saale
Tel: (0049) (0) 3471 - 621754
E-Mail: bernburg@kabarettarchiv.de
Online: www.kabarettarchiv.de
 
 
 

23. Nov. 2007 - 14. März 2008
Steiermärkische Landesbibliothek
Kalchberggasse 2, 8010 Graz

 

 

 

 



16. Oktober 2013 - 31. Mai 2014

Variete Museum -
in den Räumen der Kulturwerkstatt
Dreihackengasse 26, 8020 Graz






Das Buch zur Ausstellung

 

9,- Euro

bestellen

 


 


"WER BEFREIT UNS WIEDER?"
Kabarett und Unterhaltungskultur in der Steiermark 1945 bis 1965
 

Eine Ausstellung
des
Österreichischen Kabarettarchivs

25. Sept. - 3. Nov. 2005
Galerie in der Kirchenmauer
Straden

 


Foto: Archiv Klimek / Trummer

 

 

1. Dez. 2005 - 31. Jän. 2006
Steiermärkische Landesbibliothek - Graz
Kalchberggasse 2, Graz

 

 

 

Am 18. Mai 1945 wurde der Wiener "Simpl" wieder eröffnet. Zahlreiche Kabaretts, Kleinkunsttheater und Unterhaltungsetablissements folgten. Erstmals auch in der "Provinz":
In Linz lachte man im "Kabarett Eulenspiegel" bei Peter Hey und Maxi Böhm, in Innsbruck öffnete das "Kleine Welttheater" (KWT) seine Pforten und Graz begann sich mit dem "Igel" als Kleinkunst- und Kabarettstadt zu etablieren.

"Der Igel - Das kleine Zeittheater" stellte zwischen 1945 und 1948 in der Grazer Annenstraße im so genannten Roseggerhaus unter der Direktion von Franz Paul und unter darstellerischer Mitwirkung u.a. von Fritz Muliar, Grita, Kral, Henriette Ahlsen und Sepp Trummer seine Stacheln auf.

1946 machten sich Studenten unter der Führung von Ulrich Baumgartner (späterer Festwochenintendant in Wien) und der musikalischen Leitung von Walter Koschatzky (nachmaliger Chef der Albertina), unter tätiger Mithilfe von Emil Breisach (späterer Intendant des ORF-Landesstudios Steiermark, Präsident des forum stadtpark u.a.) und Hellmuth Himmel (späterer Ordinarius für Germanistik an der Grazer Universität) daran, als "Studentenbrettl" ihr Publikum unter Mitwirkung von Grita Kral, Gertrude Kellner oder Harald Kopp zu unterhalten.

Kabarett im Rundfunk, damals noch Sendergruppe Alpenland, wurde gespielt, das manchmal öffentlich zugänglich war, wie zum Beispiel der "Treffpunkt Orpheum", der auch über den Sender Schönbrunn ausgestrahlt wurde und dadurch auch in Wien erfolgreich und beliebt war. Emil Breisach, Gerda Klimek, Hellmuth Himmel und Peter Hey waren federführend. Und: Man lud sich immer wieder namhafte Gäste ein, so etwa Peter Wehle, Pirron und Knapp, Peter Alexander, Willi Schaeffers vom "Kabarett der Komiker" in Berlin oder die Münchner Kabarettiche.

Ende der 1950er Jahre gründete Kuno Knöbl den "Würfel", ein Studentenkabarett, das ab Anfang der 1960er Jahre in Wien Furore machen sollte. Als "Würfler" agierten u.a. Dieter und Kurt Gogg, Peter Orthofer, Gerhard Steffen, Udo Simonitsch, Is Franke oder Monika Orthofer und nach ihrem fulminanten Auftritt in Gerhard Bronners "Neuem Theater am Kärntnertor", auch Peter Lodynski, Miriam Dreifuß und Günter Tolar.
Nach dem Abgang des "Würfels" nach Wien spielten der "Forum-Zoo" und ab 1963 das Studentenkabarett "Der Hammer" mit Gerald Schöpfer (späterer Universitätsprofessor und ÖVP-Landesrat), Günther Horvatek (späterer SPÖ-Landesparteisekretär) und Heinz Rüpschl im forum stadtpark.

In der Merangasse entstanden unter der Leitung von Harald Kopp "Die Tellerwäscher", eines der längstdienenden Grazer Kabarett-Ensembles, dem anfänglich Wolfram Berger, Horst Slippek, Ingo Wampera, Lizzy Cordas, Gudrun Gröbelbauer oder Horst Goldemund angehörten. Texte schrieben etwa Emil Breisach, Gerda Klimek oder Dieter Gogg, der auch musikalisch - obwohl noch immer als einer der Hauptakteure beim "Würfel" in Wien tätig - unterstützte.


Die Ausstellung zeigt sowohl die Versuche, das Klassische Wiener Kabarett der Zwischenkriegszeit wieder zu beleben, als auch die ersten Studentenkabaretts, deren erfolgreichstes wohl "Der Würfel" war. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich Funkkabarett.
Erinnert wird an Debütanten, die entweder ihren weiteren Weg am Theater und in der Kleinkunst fanden, wie Dieter Gogg, Gerda Klimek, Harald Kopp, Fritz Muliar, Peter Orthofer, Gerhard Steffen, Sepp Trummer u.a., oder die gänzlich andere Berufswege gingen, wie zum Beispiel: Ulrich Baumgartner, Emil Breisach, Kuno Knöbl, Walter Koschatzky und Gerald Schöpfer, denen aber eines gemeinsam war: das Sprungbrett Graz.

Anhand von Bild- und Tondokumenten, Manuskripten, Noten, Kostümen, Plakaten u.a. versucht das ÖKA die Atmosphäre von einst nachzuzeichnen.

Eine Ausstellung des Österreichischen Kabarettarchivs

 


 



KABARETT ZWISCHEN BERLIN UND WIEN
Die frühen Jahre 1900-1914

Die Ausstellung ist eine Reise zu den Anfängen des Cabarets / Kabaretts von Paris über Berlin und München nach Wien und streift dabei Budapest und Prag.

Als Geburtsstunde des Cabarets wird im Allgemeinen der 18. November 1881 angegeben, als Rodolphe Salis am Montmartre in Paris "Le Chat noir" eröffnete. Sein Vorhaben lautete "Wir werden politische Ereignisse persiflieren, die Menschheit belehren, ihr ihre Dummheit vorhalten, dem Mucker die schlechte Laune abgewöhnen ..."

Als Geburtstag des deutschsprachigen Kabaretts gilt der 18. Jänner 1901. Ernst von Wolzogen eröffnete an diesem Tag in Berlin das "Bunte Theater", besser bekannt als "Überbrettl". Dieses wiederum diente dem ersten österreichischen Kabarett als Vorbild.
Am 16. November 1901 eröffnete der Autor und Theaterkritiker Felix Salten im Theater an der Wien das "Jung-Wiener Theater zum lieben Augustin", das allerdings nur wenige Vorstellungen erlebte. Am selben Tag wurde auch in Budapest das erste Kabaré namens Tarka Szinpad / Die Bunte Bühne eröffnet.

Die Ausstellung ist eine Präsentation des Deutschen Kabarettarchivs, Mainz und des Österreichischen Kabarettarchivs, Straden, wobei der deutsche Part den ersten Teil einer sechsteiligen Kabarettausstellungsreihe über 100 Jahre Kabarett in Deutschland darstellt und mit "Die Welt als Cabaret - Wie Kabarett in Deutschland begann" betitelt ist. Der österreichische Teil umfasst die frühen Jahre des Kabaretts in Wien, Budapest und Prag sowie die gegenseitigen Einflüsse und zeigt auch die unterschiedlichen Vorläufer, auf die das neue Genre trifft.

     


Eine Ausstellung des Deutschen Kabarettarchivs, Mainz
und des Österreichischen Kabarettarchivs, Straden

29. Juni - 29. Oktober 2006
Galerie in der Kirchenmauer
Straden

 
  
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