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19. September 1951 in Wien Schauspieler, Kabarettist
Erwin
Steinhauer ist neben Lukas Resetarits der Pionier
des neuen österreichischen Kabaretts. Nach einer glücklichen Kindheit,
Volksschule und Gymnasium, studierte Erwin Steinhauer in Wien Germanistik und
Geschichte. Das Studium vollendete er nicht, gründete 1974 aber zusammen
mit Wolfgang A. Teuschl, Erich Demmer, Alfred
Rubatschek und Erich Bernhardt das Kabarett "Keif".
Mit dem ersten Programm "Habt acht Gebote" feierte das Ensemble ihre
ersten Triumphe im Folk- und Jazzclub "Atlantis". 1975 kam Lukas
Resetarits zur Gruppe; bis 1976 spielte "Keif":
"Zement, Zement, das Hütlein brennt!", "999 Jahre Österreich
sind genug" und, als Beitrag zu den Wiener Festwochen 1976, "Heute Sautanz!"
in der legendären Arena (Schlachthof St. Marx). "Keif"
- in der Besetzung Teuschl (Text), Resetarits und Steinhauer als Darsteller -
spielte auch zwei TV-Kabaretts: "Tu Felix Austria" (1977) und "Man
wird ja noch fragen dürfen ..." (1978). 1976 wirkte Steinhauer auch
bei der legendären "Proletenpassion" der "Schmetterlinge"
mit. Daneben und danach war er an verschiedenen Wiener Bühnen engagiert,
holte sich Schauspiel- und Musicalerfahrungen, um zwischen 1977 und 1979 wiederum
zwei Kabarett-Programme im "Simpl" zu spielen. 1979 übersiedelte
er dann nach Düsseldorf zum "Kom(m)ödchen". Wieder in Wien,
spielte im Theater der Courage zwei Kabarett-Programme in der eigens gegründeten
ARGE Kabarett (Arthur Lauber, Götz Kauffmann,
Antonia Limacher und Wolfgang Teuschl): "Wir sind frei" und "Arge
Macher". Zwischen 1982 und 1992 entstanden sieben politisch-zeitkritische
Soloprogramme (Ko-Autoren: Erika Molny, Fritz
Schindlecker, Wolfgang Teuschl u. a.) mit
Arthur Lauber (Musik und Klavier): "Entlassen - ein Arbeitsplatzprogramm"
(1982), "Kopf hoch! Das Wasser steht uns bis zum Mund" (1983), "Cafe
Plem-Plem" (1984), "Ganz im Ernst" (1986), "Ende der Brunftzeit"
(1987), "Auf der Schaufel" (1989) und "Zugabe" (1991). Im
Jahr 1988 spielte und inszenierte Erwin Steinhauer die Auftragsproduktion der
Kammerspiele "Alles Walzer" (Buch: Molny, Schindlecker;
Musik: Arthur Lauber); 1991 führte er bei der Kabarett- / Theaterproduktion
"Muttertag" der Gruppe "Schlabarett"
Regie. 1983 wurde Steinhauer mit dem "Salzburger Stier" und 1986 mit
dem Österreichischen Kleinkunstpreis" ausgezeichnet. Daneben war
Steinhauer zwischen 1982 und 1988 Mitglied des Wiener Burgtheaters und danach
bis 1997 Gast im Theater an der Josefstadt als Schauspieler und Regisseur; bei
den "Salzburger Festspielen" war er zwischen 1995 und 1998 als "Mammon"
im "Jedermann" zu sehen. Im Jahr 2000 bestieg er wieder die Kabarettbretter
und bot zusammen mit Heinz Marecek Texte und Doppelconférencen von Fritz
Grünbaum, Karl Farkas, Hugo
Wiener u. a. im Programm "Was lachen Sie?". 2001 begann die kabarettistische
Zusammenarbeit mit Rupert Henning, mit dem er bereits 1997 im Theater an der Drachengasse
die Theaterproduktion "610-Bedford-Drive" gemacht hatte. "Ausrichten.
Ein Lebensprinzip" hieß ihre erste gemeinsame Kabarettarbeit, die im
Wiener Konzerthaus Premiere hatte. Im November 2004 gaben Steinhauer / Henning
"Freundschaft", ein Stück zwischen satirischem Theater und Kabarett,
das sofort mit dem Österreichischen Kleinkunstpreis ausgezeichnet wurde.
Ebenfalls 2004 gab es im Dezember einen kabarettistischen Jahresrückblick
mit Rupert Henning, "Nullvier - Eine Rutschpartie". 2007 wirkte er neben
Rupert Henning, Thomas Maurer und Florian Scheuba in
der satirischen TV-Reihe "Die 4 da" mit. Daneben ist Steinhauer am
Theater wie auch in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Erwin
Steinhauer lebt in Wien.
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Niederle, Helmut A., Erwin Steinhauer. Die Biografie. Wien 2007.
Molden Verlag. Niederle, Helmut
A. (Hg.), Erwin Steinhauer. Café Plem Plem. 15 Jahre Kabarett. Wien 1989.
Eine Auswahl
LPs Es ist Zeit, 1978. Der Bodenlurch (Single), 1982. Die VIPS
(Single), 1984. Der g'schupfte Ferdl reitet wieder, 1984. Wickerl Hawradil
singt seine schönsten Lieder, 1985. Steinhauers Best I, 1986. Steinhauers
Best II, 1986. Steinhauers Best III, 1987.
CDs Erwin Steinhauer
liest Peter Hammerschlag, 1997. Taktlos (Best of) (CD)
Video
Zugabe Teil 1 Zugabe Teil 2
DVD Freundschaft. Vertrieb:
Hoanzl.
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