Heute schon gelacht? 
   

"Menubeln"
Kabarett-Ensemble 1987 - 1996

"Jetzt erst recht" hieß das erste Programm des feministisch-kritischen Frauenkabaretttrios "Menubeln", das im Theater in der Drachengasse in Wien 1987 über die Bühne ging. Geschrieben von Erika Molny, spielten die Schauspielerinnen Erika Deutinger, Linde Prelog und Jeanette Tanzer und der Regie von Erwin Steinhauer und Emmy Werner. Steinhauer war es auch, der den Namen "Menubeln" vorschlug. Dieser Ausdruck kommt aus dem Jiddischen und bedeutete kecke, freche, böse Leute, die auch zurückreden. Der Begriff wurde im Lauf der Zeit allein auf Frauen angewandt und bedeutet böse, hässliche Weiber.
Deutinger und Tanzer blieben vom ersten bis zum letzten Programm fixer Bestandteil des Trios. Nach dem ersten Programm wollten Prelog und Molny nicht weitermachen. So wurde die Schauspielerin und Autorin Eva Dité für zwei Programme die Dritte im Bunde und die "Menubeln" begannen, eigene Ideen umzusetzen und Texte zu verfassen. Dennoch suchten sie auch Autor/innen, mit denen sie fortan zusammen arbeiteten; Michaela Scheday übernahm ab nun die Regie, Fürchtegott Fröhn begleitete musikalisch. Und: Die "Menubeln" bezeichneten ihr nächstes Programm "Bye, Bye, Burli" (Februar 1989) als ihr erstes richtiges, da es auf ihren Ideen beruhte. Für dieses Programm bekamen sie 1990 auch den "Salzburger Stier". Im selben Jahr kam das Programm "Ohne X geht nix" (Februar 1990) heraus, das die Genforschung in den Mittelpunkt rückte.
Im März 1992 folgte mit Elke Hesse "Menubeln wieder spenstig". Dieses Programm, teilweise eine Anlehnung an Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung", setzte sich aus zwei theaterähnlichen Teilen zusammen, während die Vorgängerprogramme als Nummernkabarett konzipiert waren.
Dann kam Martha Günzl ins Ensemble und die nachfolgenden Programme hießen "An den Mann gebracht" (Premiere im Februar 1994 im "Spektakel") und "Menubeln gegen den Rest der Welt" (März 1995).
Ihr letztes Programm betiteln die "Menubeln" mit "The Pest of Menubeln"; es wurde im Rahmen des ersten Frauenkabarettfestivals "Zeit der Sirenen" im Wiener "Spektakel" 1996 erstmals zum Besten gegeben. Im Sommer 1996 gaben die "Menubeln" ihre Auflösung bekannt.
Die Ko-Autorinnen des politisch-satirischen Kabaretttrios waren u. a. Leo Lukas, Wolfgang Beyer, Uli Brée, Elfriede Hammerl, Heinz R. Unger, Fritz Schindlecker oder Hannes Vogler.
Die "Menubeln" bereisten sehr erfolgreich den gesamten deutschen Sprachraum.

Als Vorläufer der "Menubeln" können die Theater in der Drachengasse-Produktionen "Lauter Emmis" und "Vorlaute Emmis" gesehen werden. Die Kabarettrevue "Lauter Emmis" hatte am 31. Jänner 1984 Premiere, u. a. mit Texten von Erika Molny, Christine Nöstlinger, Lydia Winiewicz, Elfriede Haslehner, Wolfgang Teuschl und Heinz R. Unger. Unter der Regie von Franz Werner Auer (= Johanna Franz, Emmy Werner und Gertraud Auer) wirkten als Darstellerinnen Eva Dité, Edith Hollenstein, Cornelia Köndgen und Angelica Schütz. 1985 folgte "Vorlaute Emmis". Die Texte verfasste Erika Molny, für die Regie zeichnete Emmy Werner verantwortlich und als Darstellerinnen waren Eva Dité, Linde Prelog, Jeanette Tanzer, Johanna Franz und Daniela Graf zu sehen.


 
Die Sammlung "Menubeln" wurde von Jeanette Tanzer dem ÖKA übergeben. Die Sammlung wird derzeit im ÖKA aufgearbeitet.
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