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24. Juni 1883 in Wildenschwert / Usti nad Orlici (CZ), 4. Dezember
1942 im KZ Auschwitz Librettist, Schlagertexter, Schriftsteller Die
Familie Löwy übersiedelte nach Wien, Änderung des Nachnamens in Löhner. Fritz
besuchte das Landstrasser Gymnasium, Wien III, und begann nach der Matura Rechtswissenschaften
an der Universität Wien zu studieren. Löhner war sportlich aktiv, u. a. beim jüdischen
Fußballclub Hakoah, dessen Präsident er auch war. Nach seiner Promotion 1908 arbeitete
der Zionist Löhner als Konzipient in einer Anwaltskanzlei. Aber sein Interesse
galt der so genannten "leichten Muse". Bereits während der Schulzeit
veröffentlichte er kleinere literarische Arbeiten unter dem Pseudonym Beda. Beda
ist die Verkürzung des tschechischen Wortes Bedrich (= Friedrich) für Fritz. Auch
zu Hause wurde er so gerufen. Manche Texte veröffentlichte er Zeit seines Lebens
unter Löhner, manche unter Löhner-Beda, andere unter Beda. 1919 wurde er
zum ersten Mal Vater. Bruno Löhner konnte später als einziger der Familie nach
Amerika emigrieren. Fritz Löhner heiratete 1925 Helene Jellinek, mit ihr hatte
er zwei Töchter. 1908 erschien sein erster Gedichtband "Getaufte und
Baldgetaufte". In der "Fledermaus"
wurden seine ersten Stücke gespielt, Operetten u. a. von Leo Ascher vertont. Aber
auch in der "Hölle" oder im "Simplicissimus"
wurden seine Texte gespielt. Daneben schrieb Löhner Beiträge für Zeitungen und
Zeitschriften, Satiren, Gedichte, Sketches und Schlagertexte, wie "In der Bar
zum Krokodil", "Du schwarzer Zigeuner", "Drunt' in der Lobau", "Ausgerechnet Bananen",
"Ich hab' mein Herz in Heidelberg verloren". Er wurde in den 1920er
Jahren zu einem der gefragtesten Librettisten und Schlagertexter Wiens. Das millionenschwere
"Erfolgsgespann" schlechthin wurde Ende der 1920er Jahre Fritz Löhner / Ludwig
Herzer (Libretto) - Franz Lehár - Richard Tauber. 1928 schufen sie die
Operetten "Friederike", 1929 "Das Land des Lächelns" und 1934 (mit Paul Knepler
statt Herzer) "Giuditta", die Lehár später Benito Mussolini widmen wird.
Mit Alfred Grünwald als Ko-Autor und Paul Abraham als Komponisten entstanden "Viktoria
und ihr Husar" (1930) und "Die Blume von Hawai" (1931). Mit der Machtergreifung
Hitlers in Deutschland wurde die "Arisierung der Musik" betrieben. Doch Fritz
Löhner fühlte sich sicher: "der Hitler mag meine Musik". Am 13. März 1938
wurde Löhner festgenommen und in das Gefangenenhaus auf der Elisabethpromenade
gebracht, am 1. April im "Prominenten-Transport Nr. 1" ins KZ Dachau verfrachtet,
im September weiter ins KZ Buchenwald. Dort entstand der "Buchenwald-Marsch",
dessen Musik Hermann Leopoldi schrieb. Dort
hielt Fritz Löhner auch die Geburtstagsrede anlässlich des 60. Geburtstages von
Fritz Grünbaum im April 1940. Etwa zur selben Zeit
feierte Franz Lehár in der Wiener Staatsoper seinen 70. Geburtstag, er
dirigierte unter Anwesenheit des Führers "Das Land des Lächelns" - die Librettisten
wurden nicht mehr genannt. Lehár hatte sich rechtzeitig angepasst, hatte
gute Kontakte zu Hitler, aber konnte oder wollte seinen ehemaligen jüdischen Mitarbeitern
nicht helfen. 1942 wurde Löhners Frau, deren Mutter sowie die beiden Töchter
nach Minsk deportiert. Im selben Jahr wurde Fritz Löhner ins KZ Auschwitz-Monowitz
verlegt, wo die IG-Farben ein Werk errichten ließ. Fritz Löhner arbeitete zu langsam,
man schlug ihn tot oder vergaste ihn; offiziell ist er an Altersschwäche am 4.
Dezember 1942 verstorben. |
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Schwarberg, Günther, Dein ist mein ganzes Herz. Die Geschichte
von Fritz Löhner-Beda, der die schönsten Lieder der Welt schrieb und warum Hitler
ihn ermorden ließ. Steidl, Göttingen 2000. Denscher, Barbara und Helmut Peschina,
Kein Land des Lächelns. Fritz Löhner-Beda 1883-1942. Residenz, Salzburg-Wien-Frankfurt/Main
2002. Fritz Löhner-Beda, Wie man sich trefft im Ampezzotal. Ausgewählte
Gedichte. Hg. u. Vorwort v. Christoph Wagner-Trenkwitz. Molden Vlg., Wien 2005.
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