Publikationsprojekt: Karl Farkas

und die Zwanziger und Dreißigerjahre (Arbeitstitel)


Der Begriff der „Goldenen zwanziger Jahren“ verbindet sich häufig mit dem zum Mythos geronnenen Bild einer aufregenden Epoche, die den Ausbruch und Siegeszug der Moderne in Architektur, Literatur, Musik, Bildenden Kunst, Pädagogik, Philosophie oder Psychoanalyse markiert.

Das lange Jahrzehnt von 1918 bis 1933, zwischen Zusammenbruch der alten Staatsmacht und dem Aufbruch zu einem neuen antimodernistischen Totalitarismus, zwischen dem „Tod der k. u. k. Weltordnung“ und der „Vertreibung der Vernunft“, war eine oftmals als grell, hedonistisch wie expressionistisch und temporeich beschriebene Zeit der neuartigen Kulturkonsumindustrie und der avantgardistischen Kunst, sowie der großen Einzelgänger und der Entdeckung der Massenkultur gleichermaßen: Alban Berg, Hermann Broch, Robert Musil, Oskar Kokoschka oder Ludwig Wittgenstein seien hier in diesem Zusammenhang ebenso erwähnt wie Fußballplatz, Boxring, Massenpresse, Kino und Rundfunk, Operette, Revuetheater, Jazzmusik und Kabarett.

Charakteristisch für diesen kurzen Sommer der Freiheit war vor allem das explosionsartige Entstehen eines neuen Lebensgefühls. Es zeigte sich in einer geänderten Alltags- und Populärkultur, im neuen Wohnen, im Schnellimbiss, in Schul- und Lebensreformkonzepten, in der Motorisierung der Landstraße, in der Eroberung der Lüfte und der Kontinente, im Kreuzworträtsel, dem Kriminalroman und der Charlie Chaplin-Verehrung. Zeppelin und Zirkusprinzessin, Schlager- und Revuetaumel gehörten ebenso zu jenem Zeitbild wie die regelmäßigen Banken- und Börsenkrachs.

Ein Jahrzehnt aber auch, in der militante Aufmärsche, Ausschreitungen, Arbeitslosigkeit, Armut und Antisemitismus anwachsen, der Justizpalast in Flammen aufgeht und die Universität zum weltanschaulichen Kampfplatz wird.

Karl Farkas, dessen 50. Todestag sich 2021 jährt, ging in seinen kritisch beobachteten lyrischen Kommentaren für Zeitungen und Zeitschriften, wie die „Bühne“, die „Stunde“ und in der „Wiener Sonn- und Montags-Zeitung“ auf all diese Zeitereignisse ein, unter Einschluss jener österreichischen Urlaubsorte, die bereits im Sommer 1929 ein Judenverbot für ihre Gäste erließen. Womit sich der Kabarettist in seinen Kolumnen als hellhöriger Zeitzeuge jener Jahre erweist – die 1938 abrupt enden.

Die Veröffentlichung des Buches ist Ende 2020 geplant.

 

Autor und Herausgeber dieser Farkas-Publikation ist ein Kenner der (Wiener Kabarett)Geschichte:


  Dr. Hans VEIGL

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