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8. Juni 1918 in Marosheviz (Rumänien) 2. Oktober 2003 in Bad Godesberg
(Deutschland) Schauspieler, Kabarettist, Kabarett-, Lustspiel- und Drehbuch-Autor,
Arzt Der
Vater und spätere Tierarzt in Wien, Hugo Placheta, war kriegsbedingt im heutigen
Rumänien stationiert. Die Mutter, Therese, reiste zur Geburt aus Wien an.
Bald danach kehrte die Familie nach Wien zurück. Seine Schulbildung erhielt
Gunther Placheta in Wien und Innsbruck. 1931 übersiedelte die Familie wieder
nach Wien - berufliche Gründe väterlicherseits waren ausschlaggebend.
Während der Schulzeit frönte Gunther Placheta einer seiner Leidenschaften,
dem Schwimmen. Er war auch im Kader der Olympia-Mannschaft 1936 in Berlin, wurde
allerdings aus politischen Gründen (er wollte dem nationalsozialistisch-dominierten
E.W.A.S.C. - Erster Wiener Amateur Sport Club - nicht beitreten) nicht nominiert.
Er schwamm dennoch Rekorde. Gunther Placheta inskribierte Medizin, wurde 1940
zum Wehrdienst eingezogen, bekam "Studienurlaub", den er auch für
eine Schauspielausbildung am Reinhardt-Seminar nutzte. Damals legte er sich den
Künstlernamen Philipp zu. Im Dezember 1942 heiratete er zum ersten Mal, 1943
wurde sein erster Sohn geboren und im selben Jahr promovierte er. Danach kam er
auf die interne Abteilung, hatte auch in der Herzambulanz zu tun, wo er u. a.
Kriegstauglichkeiten feststellen musste, was er nicht immer im Sinne der Wehrmacht
tat, wohl aber zum Wohle der Patienten. Das Kriegsende erlebte er in Oberösterreich,
wo er mit amerikanischer Unterstützung eine Praxis eröffnete. Nebenbei
conferierte er, wie auch schon während des Krieges getan hatte. Aus dieser
Zeit datiert auch seine Bekanntschaft mit Peter Wehle.
Anfang 1946 begann er eine Facharztausbildung für Neurologie in Wien.
Da diese unbezahlt war, trat er immer wieder als Conférencier auf und gestaltete
Radiosendungen. Mit Peter Wehle verfasste er den Text
zur Kabarett-Revue "Casanovitäten", die im Mai 1948 u.a. mit ihm
und Fred Kraus über die "Casanova"-Bühne, Dorotheergasse,
ging. Dieser sollten noch weitere Revuen folgen, wie z.B. "Liebesuniversität"
oder "Casanova-Melodie", verfasst zusammen mit Wehle
oder Hugo Wiener. Im Sommer 1948 gründeten Gunther
Philipp, Peter Wehle und Fred Kraus die Kabarettgruppe
"Die kleinen Vier" (die drei Herren spielten mit verschiedenen Partnerinnen)
und hatten in Salzburg einen beachtlichen Erfolg. Bald traten "Die kleinen
Vier" auch in Wien im Mitternachtskabarett "Alraune" auf - nach
den Kabarett-Revuen auf der "Casanova"-Bühne. Philipp, respektive
Dr. Placheta, war zu diesem Zeitpunkt hauptberuflich noch immer Arzt. Ab Silvester
1949 spielte die Kabarett-Formation "Die kleinen Vier" in München,
ging danach auf Deutschland-Tournee und Dr. Placheta kehrte dem Ärztedasein
den Rücken. 1949 drehte Gunther Philipp auch seinen ersten Film, dem bis
Mitte der 1960er Jahre noch viele folgen sollten. Danach spielte er vor allem
an Theatern und begann Lustspiele zu schreiben. Daneben wandte er sich einer
anderen Leidenschaft zu: dem Motorsport. Er wurde in den 1960er Jahren mehrmaliger
österreichischer Staatsmeister, um nach Beendigung der aktiven Laufbahn zusammen
mit Jochen Rindt (nach dessen Tod alleine) eine Sendung, "Motorama",
im ORF zu gestalten. Gunther Philipp war vier Mal verheiratet, hatte drei
Söhne und lebte in Deutschland und der Toscana. |
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Eine Auswahl Gunther Philipp, Mir hat's fast immer Spaß gemacht.
Erinnerungen. Herbig, München 1989.
Eine Auswahl Gunther Philipp und Peter Wehle, Servus Rudi - Servus
Bobby. Preiser, Wien 1999.
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